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21. April 2026

Forschung auf über 1.000 Metern: Nachhaltige Energie für Alpenvereinshütten

Normalerweise ist die Forschung am Campus Kuchl am Fuße der Berge angesiedelt – doch ein neues Projekt verlagert die Aktivitäten nun deutlich höher hinauf in den alpinen Raum. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Rosenheim, dem Deutschen Alpenverein (DAV) sowie dem Österreichischen Alpenverein | Sektion Salzburg untersucht die Forschungsgruppe „Adaption of Built Environment“ am Department Design & Green Engineering im Projekt „Heat4Alps“ den Einsatz von Wärmepumpen zur nachhaltigen Wärmeversorgung von Alpenvereinshütten.

Startschuss des Projekts Heat4Alps auf dem Carl-von-Stahl Haus: v.l. Michael Moltinger (FH Salzburg), Michael Branz (FH Salzburg), Marius Mühlberger (TH Rosenheim), Prof. Dr. Ing. Frank Buttinger (TH Rosenheim) und Sebastian Obermaier (TH Rosenheim).

Ziel des bis Ende 2028 laufenden Projekts ist es, die Nutzbarkeit moderner Wärmepumpentechnologien erstmals systematisch für hochgelegene Hütten zu analysieren. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Interreg-Programms Bayern–Österreich und stärkt damit gezielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenraum.

Großes Potenzial für mehr Nachhaltigkeit

Die Alpenvereine in Deutschland und Österreich betreiben mehr als 550 Hütten mit über einer Million Übernachtungen jährlich. Der Energiebedarf ist entsprechend hoch – bislang wird die Wärmeversorgung jedoch überwiegend durch Holz oder fossile Brennstoffe wie Diesel gedeckt. Das führt nicht nur zu hohen Betriebskosten, sondern auch zu erheblichen CO₂-Emissionen.

Hier setzt „Heat4Alps“ an: Anhand von zwei Pilotprojekten – der Traunsteiner Hütte des DAV und dem Carl-von-Stahl-Haus des ÖAV – werden innovative Lösungen zur nachhaltigen Energieversorgung entwickelt und getestet. Der Einsatz moderner Wärmepumpen, in Kombination mit Photovoltaikanlagen, soll langfristig eine dezentrale und möglichst CO₂-neutrale Energieversorgung für Hütten im Alpenraum ermöglicht werden.

Wissenstransfer für den gesamten Alpenraum

Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Hütten sowie vergleichbare Gebäude in alpinen Regionen zu übertragen. Dafür werden parallel zur Umsetzung der Pilotanlagen ein Bewertungs-Tool zur Analyse des energetischen Gesamtzustands sowie ein umfassender Handlungsleitfaden entwickelt.

Diese Instrumente sollen Entscheidungsträgern, Planern und Technikern eine fundierte Grundlage bieten, um bestehende Energiesysteme auf nachhaltige Wärmepumpenlösungen umzustellen.

Starke Partnerschaften für gemeinsame Herausforderungen

Die Projektinhalte werden in enger Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnern – darunter die FH Salzburg, die TH Rosenheim, die DAV Sektion Traunstein sowie die ÖAV Sektion Salzburg – entwickelt. Unterstützt werden sie dabei von den Dachverbänden der Alpenvereine sowie regionalen Wärmepumpenherstellern.

Mit diesem grenzüberschreitenden Ansatz leistet „Heat4Alps“ einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für den alpinen Raum und begegnet aktiv den Herausforderungen des Klimawandels.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie innovative Forschung dazu beitragen kann, ökologische Verantwortung und praktische Umsetzbarkeit auch unter extremen Bedingungen in Einklang zu bringen.

Gefördert durch das Interreg Programm Bayern – Österreich.